[FAU-Logo] Sonderforschungsbereich 539

Forschungsthema
    Glaukome sind häufige Augenerkrankungen, die meist durch eine "okuläre Hypertension", d.h. eine pathologische Erhöhung des intraokularen (Gewebs)-Druckes und charakteristische Schädigung des Sehnervenkopfes ausgezeichnet sind. Neben den Komplikationen des Diabetes mellitus stellen Glaukome die häufigste Erblindungsursache in den entwickelten Industrieländern dar. Weltweit gehen ca. 15% aller Erblindungen auf Glaukome zurück (ca. 5-6 Millionen), sind damit nach der Katarakt die zweithäufigste Ursache bilateraler Erblindungen.

Der Sonderforschungsbereich 539 bezieht sich überwiegend auf den Komplex der chronischen Glaukome, die zunächst subjektiv symptomlos verlaufen und in dieser Phase nur durch den Augenarzt zu diagnostizieren sind: Der über den altersassoziierten Verlust retinaler Ganglienzellen bzw. Axonausfall im Optikus (ca. 5000/Jahr bei einem "Anfangsbestand" von ca. 1,2 x 10^6) hinausreichenden Verlust ist initial nur anhand morphologischer Veränderungen erkennbar (siehe unten). Klinisch häufige Fehleinschätzungen sowohl im Sinne einer "Unterdiagnose" als auch einer "Überdiagnose" und die daraus abgeleitete Behandlung belasten Patienten und Kostenträger unnötig.

Abgesehen vom Leiden der Betroffenen verursachen die chronischen Glaukome erhebliche Kosten durch diagnostische Maßnahmen, Therapie, Arbeitsausfälle, Rehabilitation und Umschulung. Zusätzlich erhalten in Deutschland ca. 40.000 Glaukomblinde "Landesblindengeld" in Höhe von insgesamt 400 Millionen DM jährlich.
Eine langfristige Besserung dieser Situation ist nur durch eine verläßliche Frühdiagnose sowie durch ein verbessertes Verständnis der Ursachen und des Verlaufs dieser Erkrankungen und der davon abhängenden rationalen Therapie zu erwarten.


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